Ursprünglich in der Materialwissenschaft verankert, hat sich der Begriff der Resilienz zu einem zentralen Konzept in zahlreichen Disziplinen entwickelt – u. a. in der Psychologie, Ökologie, Physik und den Sozialwissenschaften. Er bezeichnet die Fähigkeit von Individuen, Gruppen und Systemen, Belastungen standzuhalten, sich anzupassen und sich neu zu organisieren, wobei die Definitionen von einer Rückkehr zum Status quo über Anpassung bis hin zu Transformation reichen. Inzwischen hat der Begriff eine so weite Verbreitung gefunden, dass ihn das Time Magazine zum «Environmental Buzzword» des Jahres 2013 gewählt hat. Die begriffliche Unschärfe von «Resilienz» gibt vielfach Anlass zu Kritik, denn diese Unschärfe führt zu widersprüchlichen Auslegungen, macht das Konzept schwierig operationalisierbar und führt oft zu einer politischen Instrumentalisierung zwecks Begründung oder Ablehnung von Fördermitteln.
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