Ziele und Aktivitäten

Ziele

Die UREPH verfolgt das Ziel, die Umsetzung von Projekten der MSF in der Praxis zu verbessern und sich an der kritischen Auseinandersetzung mit humanitärer und medizinischer Hilfe zu beteiligen. Sie zeigt den Mitarbeitern von Hilfsorganisationen Mittel und Wege auf, ihre eigenen Vorgehensweisen zu hinterfragen. Dies geschieht auf zwei Ebenen: Erstens werden konkrete Probleme aufgegriffen, die in einzelnen Projekten auftreten, zweitens wird die heutige Umsetzung der von Henry Dunant initiierten humanitären Prinzipien erörtert.

 
Aktivitäten

Die UREPH kümmert sich um verschiedene Arten von Aktivitäten:

  • Langfristige Forschungsprojekte: Ethik und Legitimität der medizinischen Arbeit, öffentliche Wahrnehmung der humanitären Arbeit, Massenvertreibungen, sexuelle Gewalt usw.
  • Unterstützung in der Praxis und Festlegung von Vorgehensweisen: Spezifische Hilfestellung je nach Bedarf der verschiedenen Einsätze.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Behördenkontakte: Fachtagungen, Diskussionen, Konferenzen sowie Vernetzung.
  • Unterricht und Begleitung von Studierenden: Geneva Centre for Education and Research in Humanitarian Action (CERAH), McMaster University usw.
Aktionsplan 2018-2020

Die UREPH hat das Ziel, zur Wissenserzeugung und -verbreitung beizutragen. Die Forschungsstelle unterstützt zudem MSF Schweiz sowie die gesamte MSF-Bewegung in der Öffentlichkeitsarbeit bei schwierigen humanitären und medizinischen Sachverhalten.
Die Aktivitäten orientieren sich direkt am Strategieplan 2016-2019 von MSF Schweiz. Die UREPH richtet ihre Forschung und kritische Reflexion auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung, den Zugang von MSF zur Bevölkerung und auf die Akzeptanz und Unterstützung in den Einsatzländern.
In der gezielten, interdisziplinären kritischen Reflexion stehen drei Hauptthemen im Vordergrund:

• Humanitär-medizinisches Umfeld
  • Untersuchung des Phänomens Gewalt durch Studien zu den Absichten und Folgen von Gewalt sowie zu den Auswirkungen individueller Gewalt und Untersuchung staatlicher Politiken.
  • Durchführung einer Studie zur Sicherheit in der Gesundheitsversorgung und/oder einer Studie zu «Sündenböcken» im Bereich der Medizin durch Schambehaftung missverstandener und lebensbedrohlicher Krankheiten und deren Übertragung.
• Ökologisches Umfeld
  • Auseinandersetzung mit den wachsenden Befürchtungen hinsichtlich umweltbedingter Gesundheitsprobleme sowie Förderung eines besseren Verständnisses, wie Praktiken in Hilfseinsätzen Mensch und Umwelt schaden können.
  • Unterstützung der Einsatzabteilung in der Umsetzung und Untersuchung von Umweltprojekten in Kirgisistan.
• Soziales Umfeld
  • Persönliche Ebene: Die UREPH beabsichtigt die Schaffung einer strukturierten und frei zugänglichen Interview-Sammlung, damit bedeutende persönliche Erfahrungsberichte symbolischen Werts öffentlich geteilt werden können.
  • Organisatorische Ebene: Schaffung eines systematischen Wissensmanagements und eines unterstützenden Netzwerkes für ethische Fragestellungen in der Führung und in Feldeinsätzen.

Neben der langfristigen und themenorientierten Forschungstätigkeit leistet die UREPH auch individuelle, fallspezifische Unterstützung in Feldeinsätzen und bei vorrangigen Projekten.