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Ethik und Legitimität

Ethische Dilemmas und moralische Zwiespalte treten in der Praxis der humanitären Medizin häufig auf. Die Vergabe von Mitteln, die Ersteinschätzung, die Rationierung sowie die Einmischung in lokale Gesundheitssysteme stellen die Mitarbeiter häufig vor ein Dilemma. Es ist wichtig, diese Dilemmas vorauszusehen und zu erkennen, vor allem wenn es um Katastrophenmanagement geht. Medizinische Hilfeleistung wirft darüber hinaus eine Reihe von Kontroversen über medizinische Praktiken sowie die Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme und die globale Gesundheitspolitik auf. Angesichts dieser Kontroversen ist es notwendig, den genauen Bereich der medizinischen Hilfeleistung festzulegen und zu untersuchen, woraus dieser sich legitimieren lässt.

 

Rohstoffindustrie

In den Entwicklungsländern zieht die Rohstoffindustrie (Handwerk und Industrie) weit reichende Folgen für die Gesundheit nach sich, und zwar durch Umweltverschmutzung, ansteckende Krankheiten, Gewalt, Armut und die Beeinträchtigung der Nahrungsmittelsicherheit. Durch die rasche Expansion dieser Industrien wird es unvermeidbar, Organisationen hinzuzuziehen, die in der betroffenen Bevölkerung medizinische Hilfe leisten, sei es auf der Ebene des Gesundheitswesens und der Krankheiten, der geopolitischen Rahmenbedingungen, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung beeinträchtigen, oder bezüglich des Konflikts zwischen „moralischen“ Werten und den betrieblichen Zielen, die vom Bergbausektor und der erdölfördernden Industrie vertreten werden.

 

Medical care under fire

Dès son origine, MSF a été confrontée à différentes formes de violences à l’encontre de ses patients, personnels, structures et véhicules sanitaires ainsi qu’envers les systèmes de santé nationaux en général. L’exercice médical peut ainsi être perverti à des fins de logiques politiques et martiales. Cette violence prive des populations entières de soins de secours vitaux et permet d’affirmer, pour les parties au conflit, de manière effective et symbolique, leur pouvoir sur le vivant.

 

Naher Osten

MSF arbeitet seit über zwanzig Jahren in mehreren Ländern des Nahen Ostens (Bahrain, Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Libyen, Palästina, Syrien und Jemen). Diese Region stellt die Organisation vor besondere Herausforderungen. Da die Gesundheitssysteme zwar oft funktionieren, jedoch eingeschränkt sind, konzentriert sich MSF bei ihrer Hilfe auf medizinische Spezialbehandlungen wie die Unterstützung einer Dialysestation, auf Notfalldienste oder auf die rekonstruktive Chirurgie. Seit Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien bietet MSF syrischen Flüchtlingen Notfallversorgung sowie medizinische und chirurgische Versorgung. Ein zusätzlicher Vorteil von MSF besteht darin, dass die Organisation in humanitären Krisen auf dringende medizinische Notfälle reagieren kann: Im Irak, in Syrien oder im Gazastreifen z. B., in sogenannten Ländern mit mittlerem Einkommen, die vor allem unter den chronischen Folgen eines Konflikts leiden und wo die Behandlung nicht übertragbarer Krankheiten oberste Priorität darstellt. MSF musste die Arbeit diesen speziellen Rahmenbedingungen anpassen. Die Aushandlung eines unabhängigen Arbeitsraumes ist hier besonders kompliziert, weil die Anzahl der Akteure immer grösser wird.

 

Öffentliche Wahrnehmung von MSF und humanitärer Hilfe

Wie eine humanitäre Organisation wahrgenommen wird, hängt sowohl von kontextunabhängigen Faktoren ab (z. B. von den Aktivitäten der Organisation in anderen Teilen der Welt, ihrem Ruf, ihrer Sichtbarkeit auf der internationalen Bühne und der Folgerichtigkeit ihrer Prinzipien und Aktivitäten) als auch von kontextspezifischen Faktoren (der Art und Weise, wie die Organisation ihre Aktivitäten in dem betreffenden Land durchführt, der Relevanz ihrer Aktivitäten für die bestehenden Bedürfnisse, ihrer Kommunikationsstrategie, ihrer Beziehung zu den öffentlichen Stellen, ihrer Haltung zu nationalen politischen Problemen, der Leitung der einheimischen Mitarbeiter, ihrer Einbettung in das bereits bestehende soziale Gefüge). Die öffentliche Wahrnehmung hat nicht nur auf die Qualität ihrer Arbeit eine beträchtliche Wirkung, sondern auch auf die Sicherheit von Personal und Hilfeempfängern, deshalb ist sie von grosser Bedeutung. Um zu verstehen, wie Patienten, Bevölkerung und Behörden die Prinzipien und die medizinische Praxis von MSF wahrnehmen, hat MSF ein Wahrnehmungsprojekt ins Leben gerufen. Während der vierjährigen Studie, die in über zehn Ländern durchgeführt wurde, wurden fast 7’000 Menschen befragt. Seit September 2001 ist die Welt von neuen Machtstrukturen und dem Auftauchen neuer Akteure gezeichnet, die die Grundprinzipien humanitärer Arbeit herausfordern oder sie für militärische Zwecke einzuspannen versuchen. Angesichts dessen schien es wichtig, diese Studie durchzuführen und die Resultate zu veröffentlichen, um über die öffentliche Wahrnehmung Aufschluss zu geben.

 

Die Beziehung zwischen humanitärer Hilfe und Militär

Wer humanitäre Hilfe leistet, muss de facto mit Taten und Worten beweisen, dass er in Einklang mit den Prinzipien von Humanität, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität handelt, und läuft Gefahr, dass er verdächtigt wird, mit gegnerischen Kräften zusammenzuarbeiten oder andere Ziele zu verfolgen als das, den Notleidenden Hilfe zu leisten. Auf dieser Basis handeln humanitäre Helfer – mehr oder weniger erfolgreich – mit den bewaffneten Kräften einen Wirkungsbereich aus, der ausschliesslich humanitäre Zwecke erfüllt, einen „humanitären Raum“, der täglich aufs Neue errungen und bestätigt werden muss. Die Dynamik der Konflikte und die Art und Weise, wie bewaffnete Gruppen humanitäre Hilfe benutzen und mit den Hilfsorganisation interagieren, machen eine ständige Überprüfung erforderlich. . Auf diese Weise kann – falls notwendig – der Modus operandi der humanitären Helfer angepasst werden, sodass die operativen Ziele erreicht werden, ohne die gegenwärtigen und künftigen Beziehungen zu allen Akteuren zu beeinträchtigen.

 

Sexuelle Gewalt

Von der Griechischen Mythologie bis hin zur Demokratischen Republik Kongo war sexuelle Gewalt schon immer häufig ein Bestandteil des Konflikts. Dafür gibt es zahlreiche Vorgehensweisen und Ziele: Kompensation/Bezahlung für Armeen, Initiationsritual für Kindersoldaten, Folter, um an Informationen zu gelangen, Werkzeug des Terrors, um Menschen zu erniedrigen, die als Feinde betrachtet werden usw. Diese Art der Gewalt betrifft ganze Bevölkerungen, d.h. nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Männer, ganz gleich welchen Alters oder welcher soziokulturellen Herkunft. Neben den moralischen und physischen Folgen müssen viele Opfer Angst haben, von ihrer Familie oder Gesellschaft abgelehnt zu werden. Auf sexuelle Gewalt wird deshalb nicht nur medizinisch reagiert (HIV-Prophylaxe, Behandlung sexuell übertragener Infektionen, die Pille danach usw.), sondern auch psychologisch (psychosoziale Versorgung, soziale Betreuung usw.). Schliesslich sollte noch angemerkt werden, dass dieses Problem im Grunde ein politisches ist, vor allem was die präventiven Aspekte dieser Gewalt betrifft und die Bestrafung der Täter.

 

Vertreibungen

Ende 2012 waren über 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Diese Zahl, die sich 2013 hauptsächlich aufgrund der Syrienkrise erhöhte, umfasst Flüchtlinge und Asylsuchende, aber auch Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden. Krieg und Gewalt sind zwar die Hauptursachen von Vertreibung, insbesondere in Afghanistan, Somalia, dem Irak, Syrien und dem Sudan, aber es existieren auch noch andere Ursachen: Naturkatastrophen, Vertreibung durch Bauprojekte, Armut, die Folgen des Klimawandels, der Mangel an Rohstoffen usw. In den vergangenen Jahren hat Médecins Sans Frontieres (MSF) massiv in Vertreibungssituationen investiert, sei es in der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, Kenia oder dem Nahen Osten.

 

Globale Gesundheitsaufsicht

Die Bedrohung durch neu entstehende oder wieder aufkommende ansteckende Krankheiten nimmt globale Dimensionen an. Das Konzept einer globalen Gesundheitsaufsicht, ein grundlegender Bestandteil der globalen Strategie zur Bekämpfung grenzüberschreitender Epidemien, wurde durch eine Reihe kürzlich entwickelter Instrumente und Initiativen erweitert und formalisiert. Dies umfasst insbesondere die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR), die auf die Einführung des Internationalen Sanitärreglements durch die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1951 zurückgehen. Das gesetzlich verbindliche Abkommen wurde 2005 von der Weltgesundheitsversammlung überarbeitet, um weitere Infektionskrankheiten mit aufzunehmen und das Regelwerk auf andere, die öffentliche Gesundheit betreffenden Thematiken von internationalem Belang zu erweitern. Das Abkommen bietet die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür, dass die Länder ihre Aktivitäten durch ein universales Überwachungsnetzwerk verlinken und koordinieren können. Eine Reihe externer Faktoren beeinträchtigen jedoch das politische Engagement, diese internationalen Gesundheitsregulierungen zu befolgen. Darüber hinaus stehen Länder mit niedrigem Einkommen vor wesentlichen Schwierigkeiten, wenn sie sich dem ständig höher werdenden Druck, die Kapazitäten ihrer Gesundheitsaufsicht zu erhöhen, ausgesetzt sehen

 

Humanitäre Hilfe

Dieses Forschungsthema deckt eine breite Vielfalt an Themen bezüglich humanitärer Hilfe ab: Das Hilfssystem, die Qualität der Hilfe, neue Akteure, Epidemien, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittelsicherheit usw.